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Informationsabend Jutu  

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mira_Logo_farbig_DT.fw_mira (rätoromanisch und spanisch für „schau“, „schau hin!“) ist eine Fachstelle für die Prävention sexueller Gewalt im Freizeitbereich. mira sensibilisiert, schult, berät und begleitet Verantwortliche von Verbänden und Vereinen beim Thema sexuelle Gewalt. Die Fachstelle stellt ein Angebot zur Verfügung, das wesentlich zum Schutz von Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen beiträgt und ist der Pro Juventute angegliedert.

Am Abend des 9. Juni 2016 trafen sich die Hauptleiter und weitere Interessierte des Jugendturnens im Rigisaal zu einem Leiterinformationsabend. Unsere J+S Coaches Severine Müller und Carole Baggenstos hatten Urs Urech von der Fachstelle mira zu einem Referat mit integrierter Diskussionsrunde nach Cham eingeladen.

Zu Beginn des Referats sollten sich alle Teilnehmenden Fragen überlegen, welche sie zu diesem Thema beschäftigen. Urs Urecht versuchte dann im Verlauf des Abends, diese Fragen zu klären oder band sie in die Diskussion mit ein. Sehr geschickt versuchte er die anwesenden Leiterinnen und Leiter für heikle Situationen zu sensibilisieren und zeigte anhand von Fallbeispielen, was erlaubt ist und was nicht. Immer wieder rückte er dabei den gesunden Menschenverstand und das Vermeiden einer Überreaktion in den Vordergrund.

Statistiken zeigen, dass sexuelle Übergriffe hauptsächlich im engeren, vertrauten Umfeld (Familie, Schule, Sportverein) von Kindern und Jugendlichen stattfinden. Gerade im Turnverein, wo die Leitperson zugleich als Vorbild, Vertrauens- oder Autoritätsperson fungiert, baut sich zwischen dem Kind und einem Erwachsenen eine persönliche Beziehung auf. Diese vertrauensvolle Beziehung kann die Voraussetzungen schaffen, die unerwünschte Vorfälle ermöglichen.

Zur Illustration besprachen wir folgenden Fall: „Im Lager: Eine 13jährige balgt sich mit einem 17jährigen. Bald liegen beide total erschöpft beieinander. Er streichelt sie unter dem T-Shirt am Bauch…“ Die Reaktionen der Diskussionsgruppe zum geschilderten Fall klafften weit auseinander: Von „geht ja gar nicht“ bis „ist ja nicht so schlimm“ war alles dabei.

Doch was tun, wenn man in eine solche Situation gerät? Wir sind uns einig, dass mit den Jugendlichen das Gespräch gesucht werden muss. Sogenannte Grenzverletzungen geschehen täglich und können unbeabsichtigt sein. Ein Übergriff geschieht jedoch gezielt und geplant. Was, wenn dem Mädchen die Zuwendung gefällt? Wenn es also nichts „Böses“ ist? Dann gilt im Zweifelsfall immer noch das Schweizer Gesetz, das das Schutzalter bei 16 Jahren ansetzt und einen Altersabstand von maximal 3 Jahren toleriert. Dies gilt es vor allem dem 17jährigen ins Bewusstsein zu rufen.

Der Austausch zwischen den Leiterinnen und Leiter zeigte auf, dass Berührungen im Sportunterricht zum Alltag gehören. Seien dies nun Hilfestellungen, Sicherungsgriffe, das Trösten eines traurigen Kindes oder vieles mehr. Urs Urecht erklärte uns zum Schluss auch das mögliche Vorgehen bei einem Verdacht und bat uns, im Zweifelsfall lieber genau hinzuschauen und zu handeln.

Im Rahmen dieses Infoabends nimmt das Jutu klar Stellung zum Thema sexuelle Gewalt und macht sich Gedanken zu weiteren Präventionsmassnahmen.

Auflösung der Kooperationsvereinbarung mit Pro Juventute
Die Stiftung Pro Juventute löst die Fachstellen mira Zürich und mira Lausanne, deren Angebote sowie die Kooperationspartnerschaften per 30. Juni 2017 auf. Ab Juli 2017 werden mit Limita (Deutschschweiz) und ESPAS (Romandie) zwei kompetente Fachstellen die Prävention im organisierten Freizeitbereich übernehmen. Somit ändert sich auch die E-Mail-Adresse unserer Kontaktpersonen innerhalb dem Turnverein Cham 1884: limita@tvcham.ch

Jugendturnen TV Cham
Flavio Zoppi

 

 Foto: vigo online

Autor: Flavio Zoppi

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