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Herbstausflug Aktivriege Mixed 2018

Unsere Crew

Segeltörn auf dem Bodensee vom 07.09.-09.09.2018

Bereits im Frühjahr begann die Planung unseres Herbstweekends und schon bald stand der Entschluss fest – wir wollen zusammen in See stechen. Unser erfahrener Seemann Adrian hat sich gern bereit erklärt, uns als Skipper in die Geheimnisse des Segelns einzuweihen. Mit viel Glück konnten wir ein Segelboot vom Typ Bavaria 36 am Bodensee für das Wochenende chartern. Die 8 Plätze wurden schnell von wagemutigen Mitgliedern der Aktivriege reserviert.
Beim Briefing wurde uns schnell klar, dass so ein Segeltörn gut organisiert werden muss.

Am Freitagmittag, den 07.09.2018, ging es los in Richtung Hafen in Kressborn am Bodensee. Wir staunten nicht schlecht, als wir unsere “Boot” zum ersten Mal sahen – eine Segelyacht mit einer Länge von 11,30 m und einer Breite 3,67 m und einem Gewicht von 7t. Unser Skipper hatte das Wetter bereits geprüft und war kaum zu bremsen: Windstärke 3-4 auf dem See! Schnell verstauten wir unsere Vorräte und unser Gepäck unter Deck und machten uns und das Schiff zum Auslaufen bereit.

Die Spannung stieg spürbar an, als wir gegen 17:30 Uhr die Hafenausfahrt passierten und uns der Wind um die Ohren pfiff. Die meisten von uns waren zum ersten Mal mit so einer Segelyacht unterwegs. Nach einer kurzen Einweisung vom Skipper kam auch schon das erste Kommando “Focksegel setzen!”. Kurz darauf hatten wir die richtigen Schots (Seile) gefunden und das Vorsegel gesetzt.
Unser Skipper erläuterte uns nun, wie man steuert, das Segel richtig trimmt und dabei die Windrichtung beachtet. Wir hatten schon ganz gut Fahrt aufgenommen. Auf die Frage des Skipper, ob wir das Grosssegel setzen wollen, gab es nur eine Antwort der Crew: “Ja!”.
Unter vollen Segeln nahmen wir Kurs Richtung Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang am Bodensee

 

Das nächste Manöver liess nicht lang auf sich warten: “Klar zur Wende!” schallte es über Deck. Inzwischen hatten wir uns auf die verschiedenen Positionen an Deck verteilt und bestätigten das Kommando mit “Ist klar.” Mit Unterstützung des Skippers gelang uns die Wende überraschend gut. Sichtlich zufrieden gab unser Skipper bekannt, dass es nun Zeit für einen Aperó wäre.
Kurz nach Sonnenuntergang erreichten wir wieder den Hafen und machten fest. Die Kombination aus ungewohnter Umgebung an Bord einer Segelyacht, den Kräften von Wind und Wasser und den vielen neuen Begriffen und Handgriffen hatte uns alle schnell den Alltag vergessen lassen. Den Abend liessen wir im Hafenrestaurant bei einem feinen Essen ausklingen.

Samstag, 08.09.2018
Die erste Nacht an Bord hatten wir alle gut überstanden. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit frischen Gipfeli und Brötchen legten wir kurz nach 09:00 Uhr ab.
Das Wetter meinte es fast etwas zu gut mit uns: Blauer Himmel mit strahlender Sonne und Windstärke 1. Unser Tagesziel war das ca. 16 sm (Seemeilen, ca. 30 km) entfernte Meersburg. Jetzt sollte der Kurs bestimmt werden. Ausgerüstet mit Kartenmaterial, Fernglas mit Kompass, Kursdreieck und Bleistift führten wir eine Kreuzpeilung zur Bestimmung unserer Position durch und ermittelten dann den Kurs in Richtung Meersburg.
Zum Glück waren wir “nur” auf dem Bodensee und konnten auf Sicht navigieren…

Wir beobachteten die Wasseroberfläche und die anderen Boote, um Anzeichen von stärkeren Wind finden. Immer wieder setzen wir die Segel, aber leider war der Wind zu schwach oder nur kurzzeitig stark genug, um unser Boot schneller als mit dem Motor durchs Wasser gleiten zu lassen. Abwechselnd übernahmen die Crewmitglieder das Steuer, um ein Gefühl für das Ruder zu bekommen. Gemäß der Aussage unseres Skippers gibt es 11 Uhr das erste Bier an Bord. Dieser Tradition sind wir natürlich gewissenhaft gefolgt.
Inzwischen war es richtig heiß geworden und wir bereiteten das Heck fürs Baden vor. Je nach Temperament sprangen, schwammen und tauchten wir ausgelassen im 23 Grad warmen Wasser des Bodensees. Diese Abkühlung mitten auf dem See war herrlich.

Bädele

Unser Smut Melanie hatte die Verpflegung an Bord geplant und besorgt. Zusammen mit Roger zauberte sie ein leckeres Risotto mit Steinpilzen in der Pantry fürs z’Mittag.

Nach dem Essen nahmen wir wieder Kurs auf Meersburg. Unser Skipper wollte natürlich noch ein Ankermanöver durchführen. Der Anker wurde für’s ausbringen vorbereitet und auf Kommando des Skippers wurde der Anker ins Wasser gelassen. Das ging glücklicherweise mit Hilfe eines Motors. Nach dem der Anker korrekt platziert war, suchten wir Abkühlung im See.

Gegen 16:30 Uhr erreichten wir den Seglerhafen von Meersburg. Die Seemannschaft machte sich für’s anlegen bereit, befestigte die Fender an der Reling und bereitete die Schoten für’s festmachen vor. Nachdem wir am Warteplatz festgemacht hatten, stellten wir uns die Frage, ob wir noch einen Liegeplatz für die Nacht bekommen würden – es waren kaum Plätze in unserer Größe frei.
Glücklicherweise hat uns der Hafenmeister dann doch noch einen Platz zugewiesen. Unser Skipper bewies wieder einmal sein Können und steuerte das Boot haarscharf in den Liegeplatz, der nur wenige Zentimeter breiter war, als das Boot.

Am Abend spazierten wir in die malerische Altstadt von Meersburg. Auf dem Freisitz eines Restaurants verzehrten wir lokale Speisen und tranken natürlich Wein vom Bodensee.
Frisch gestärkt folgten wir den anderen Besuchern durch die Gassen zum Eingang des “Bodensee Weinfest”. Hinter dem Eingangstor empfingen uns Blasmusik, ausgelassene Menschen aller Altersgruppen und Verkaufsstände der verschiedenen Weinkellereien am Bodensee, wo man für kleines Geld sein Weinglas, das jeder am Eingang erhalten hatte, füllen lassen konnte. Leider konnten wir nicht alle Weinsorten probieren – es waren einfach zu viele.

Zufrieden und leicht beschwingt suchten wir noch vor Mitternacht unsere Kojen an Bord auf. Unser Skipper hatte seine Hängematte am Baum des Grosssegels befestigt und schlief unter dem Sternenhimmel.

Sonntag
Auch heute begrüsste uns der Tag mit herrlichem Sonnenschein und wolkenfreiem Himmel.
Nach dem Frühstück lösten wir die Leinen und verliessen den Hafen in Richtung Kressborn. Auch heute gab es nur wenig Wind und so musste der Motor für den nötigen Vortrieb sorgen. Der Skipper war heute schon wesentlich entspannter – er wusste, dass er sich auf seine Crew verlassen kann. Friedlich glitt unser Boot durchs Wasser und die Crew hatte es sich an Deck bequem gemacht.

Plötzlich der Ruf “Mann über Bord!” – und der Müßiggang war vorbei. Adrian hatte uns bereits am ersten Tag erläutert, was bei “Mann über Bord!” zu tun sei. Nun war die “Grossmutter” (ein kugelförmiger Fender) über Bord gegangen und musste von uns geborgen werden. Unser Skipper und unser Co-Skipper Christian haben sich natürlich auf’s Beobachten beschränkt und uns machen lassen.
Nach besten Wissen stoppten wir das Schiff und steuerten zurück und versuchten die “Grossmutter” zu bergen. Beim 2. Versuch klappte es und die “Grossmutter” war wieder in Sicherheit.
Die Crew hatte das Ziel erreicht, war sich aber bewusst, dass der Ablauf nicht optimal gewesen war. Unser Skipper übte ausführliche Manöverkritik und gab uns Hinweise, wie man es besser machen konnte. Dass wir lernfähig sind, konnten wir bei der Wiederholung des Manövers unter Beweis stellen. Diesmal holten wir das Grosssegel ein und klappten das Heck herunter, um die Bergung aus dem Wasser zu vereinfachen. Unser Skipper registrierte den optimierten Ablauf zufrieden und lobte die Crew. Gerade bei dieser Übung war es für mich schön zu erleben, wie unsere Crew sich gegenseitig vertraut und zusammenarbeitet.

Nach dieser Aufregung setzten wir unsere Fahrt fort und inzwischen war es auch Zeit für den 11 Uhr-Aperó geworden. Zum Mittag kochten unsere heutigen Smutjes Markus und Christian leckere Pasta Bolognese. Wir lagen gut im Zeitplan und haben noch einen ausgiebigen Badestopp eingelegt.

15:45 Uhr erreichten wir den Hafen und machten zunächst an der Absaugstation für das Abwasser fest. Schliesslich mussten wir die Segelyacht besenrein übergeben. Während Adrian und Christian die Rückgabe des Bootes übernahmen, versorgte der Rest der Mannschaft das Gepäck und die übrig gebliebenen Vorräte in die Autos. Bei Kaffee und Glace liessen wir den Segeltörn gemeinsam ausklingen, bevor wir zurück nach Cham fuhren.

Im Namen der Aktivriege möchte ich mich besonders bei unserem Skipper Adrian bedanken. Ohne seinen Einsatz und seiner Bereitschaft die Verantwortung für Mannschaft und Boot zu übernehmen, wäre der Segeltörn nicht möglich gewesen. Danke für ein erlebnisreiches Herbstweekend mit vielen neuen Eindrücken, das uns allen noch sehr lange in schöner Erinnerung bleiben wird.

Mehr Bilder findet ihr hier.

Autor: Alexander Claashen

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